Jasmin Teutrine Fotografie

© Jasmin Teutrine

„The major lift and the minor fall“ - die jungen Wilden aus Moldawien

Die Republik Moldau gilt als eines der ärmsten Länder Europas und liegt eingeschlossen zwischen Rumänien und der Ukraine. Der Durchschnittsverdienst liegt zwischen 200 und 300 € im Monat. Dort, wo Armut und Korruption zur Tagesordnung gehören, hat die Jugend einiges zu erzählen. Viele junge Menschen träumen von einer Zukunft ausserhalb der Republik, wo sie sich ein besseres Leben erhoffen. Die Arbeitsmigration findet hier gewaltige Ausmaße. Viele Jugendliche hoffen im Ausland studieren zu können, gleichwohl sich viele diesen Traum nicht leisten können. Den alltäglichen Problemen zum Trotz gibt es sie aber auch hier: die jungen Wilden, die Metall-Shirts tragen und sich ihren Frust von der Seele singen. Doch haben es moldawische Rockbands bedeutend schwerer als hier zu Lande. Es fehle Auftrittsmöglichkeiten und es gibt keine bis sehr wenig Förderangebote für junge Bands. Viele können sich ein Instrument erst gar nicht leisten, denn das günstigste Model einer Einsteiger-Gitarre kostet schon ca. 70€. Wer hier Musik machen will, der muss es schon ernst meinen und vielleicht scheint das Niveau deshalb vergleichbar höher als bei uns. Einige von ihnen schreiben rumänische Texte, um wenigstens im Nachbarland Aussicht auf Erfolg zu haben. Während meiner Reise durch Moldawien habe ich acht Bands aus dem ganzen Land in unmittelbarer Umgebung ihres Proberaums portraitiert. Mit Hilfe der Organisation P.O.D. Music, die selber aus Musikern besteht und sich auf die Fahne geschrieben hat junge moldawische Bands zu unterstützen, entstanden Bilder mit Blick auf die rumänische Grenze, in einem Haus der Kulturen, einer alten Fabrik oder dem Musikraum einer Schule.